Jahresrückblick 2015

2015 in historischem Kontext
Seit der Finanzkrise 2008/2009 lieferten die globalen Aktienmärkte starke Renditen trotz anhaltender Sorgen über die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums. Die Volatilität im Jahr 2015 führte dazu, dass viele Investoren befürchten, ob die starken Aktienmarktrenditen der letzten Jahre wohl der Vergangenheit angehören.
Unabhängig davon sollten sich Anleger jedoch bewusst sein, dass sie langfristig gesehen im Allgemeinen dafür belohnt werden, die Höhen und Tiefen der Finanzmärkte zu akzeptieren. Die  Grafik setzt das Jahr 2015 in einen langfristigen Kontext und veranschaulicht dadurch, dass Investoren auf lange Sicht gesehen positive Renditen genossen haben, trotz der Wirtschaftskrisen in den 70er Jahren, des Schwarzen Montags, trotz Kriegen, Devisenkrisen, platzender Blasen und weltweiter Börseneinbrüche. Anleger mit einer langfristigen Finanzplanung und einem breit diversifizierten und disziplinierten Investmentansatz können jedoch ungeachtet dessen erwarten, dass die Kapitalmärkte die Haupttreiber ihrer erwarteten Renditen sein werden.

Weltaktienmarkt_2015

Zusammenfassung für 2015
Nach mehreren Jahren des scheinbar ungebrochenen Wachstums war das Jahr 2015 geprägt durch starke Volatilität an den weltweiten Finanzmärkten. Nach einem guten Jahresstart erreichten im April zahlreiche Märkte ein Rekordniveau. Doch bereits im August stürzten viele Aktien drastisch ab, angetrieben durch die starken Preisrückgänge vieler chinesischer Aktien.
Die entwickelten Märkte lieferten 2015 eine Rendite von 10,4%, Schwellenmärkte fielen um 10% und eine marktgewichtete Kombination aus entwickelten und Schwellenmärkten lieferte eine Jahresrendite von 8,8%.
Der Abschwung in den Schwellenmarktländern wurde angetrieben durch die chinesische Wirtschaft, die zweitgrößte Volkswirtschaft weltweit, die im Jahr 2015 erste Anzeichen einer Konjunkturabschwächung erkennen ließ. Das chinesische Wirtschaftswachstum betrug im ersten und zweiten Quartal jeweils 7%, fiel jedoch im dritten Quartal auf 6,5% zurück – auf weniger als die Hälfte der Wachstumsrate des Jahres 2010 – und zeigte somit das schwächste Wirtschaftswachstum seit mehr als 25 Jahren.
Die globale Wirtschaft verzeichnete das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise 2008/2009. Im Dezember revidierte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre weltweite Wachstumsprognose für das Jahr 2015 und senkte diese auf 2,9% – deutlich unter den historischen Durchschnitt von 3,6% pro Jahr.
Der Ölpreis setzte seine dramatische Talfahrt auch im Jahr 2015 fort. Nach einem Preisverfall von mehr als 50% im Jahr 2014 kennzeichnete der neuerliche Rückgang von 30% in 2015 den stärksten registrierten zweijährigen Preisrückgang.
Zum ersten Mal seit der Einführung des Euros verfolgten die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) 2015 eine unterschiedliche Geldpolitik aufgrund abweichender Wirtschaftsentwicklungen. Die Fed erhöhte im Dezember erstmals seit 2006 ihren Leitzins um 0,25% und gab eine weitere schrittweise Anhebung ihrer restriktiven Geldpolitik bekannt, solange Inflation und Wirtschaftswachstum dies erlauben.

Weltaktienmarkt_1970-2015

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