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„Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt – Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung“

Sie sind Rentner und haben diese Mitteilung, die ab 2009 verschickt wird, bekommen aber aus Vertrauen auf Richtigkeit diese behördliche Mitteilung nie geprüft? Diese Annahme mag in vielen Fällen durchaus richtig gewesen sein allerdings sind Fehler auch nicht ganz selten.
Mit dem Rentenbeginn ab dem Jahr 2005 gab es eine wesentliche Änderung hin zur nachgelagerten Besteuerung. Anstelle des früheren, vom Renteneintrittsalter abhängigen Ertragsanteils wurden für Renten, die spätestens in 12/2005 begannen, 50% der Bruttorente als steuerpflichtiges Einkommen angesetzt. Dieser Anteil wurde und wird jährlich erhöht und beträgt in 2016 beispielsweise bereits 72% und ab dem Rentenbeginn 2040 ist die Rente grundsätzlich voll zu versteuern. Im Übrigen verändern regelmäßige (jährliche) Rentenanpassungen den steuerfreuen Anteil nicht und sind somit zu 100% steuerpflichtig. Lediglich ergänzend sei erwähnt, dass quasi im Gegenzug die Abzugsfähigkeit von Vorsorgebeträgen zur Altersvorsorge als Sonderausgabe steigt! Haben Sie bereits einmal daran gedacht, Ihre Vorsorgebeträge entsprechend anzupassen?

Nun verändern sich die Zahlbeträge der Renten praktisch jedes Jahr. Zunächst können sich die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung verändern. Zudem werden zum 01. Juli jeden Jahres die Rentenwerte (und damit die Rentenhöhe) überprüft und ggf. angepasst und falls möglich erhöht. Damit verändert sich der steuerfreie Anteil am Gesamtbetrag. Durch das Hinzutreten der Mütterrente ab 01.07.2014 musste der steuerfreie Anteil der Rente ebenso neu ermittelt werden. In 2015 ergab sich nochmals die Notwendigkeit einer Änderung, weil erstmalig für ein volles Kalenderjahr die Mütterrente bezogen wurde.

Es ist wohl sehr leicht nachzuvollziehen, dass bei einer derartigen Komplexität durchaus nicht wenige Fehler entstehen können. Und diese Fehler können erfahrungsgemäß sowohl beim Finanzamt als auch bereits bei der DRV entstehen.
Jeder Rentner sollte gemeinsam mit seinem Steuerberater nicht nur den Einkommensbescheid prüfen sondern insbesondere auch die zuvor erwähnte Mitteilung der DRV. Niemals sollten diese Daten ungeprüft in die Einkommenssteuererklärung (Anlage R) übernommen werden.

Dr. Ronald Musil

– Rentenberater -, www.rentenberater-musil.de