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Anfrage an einen unabhängigen Rentenberater

Ein 56-jähriger Versicherter, der seit wenigen Monaten eine Erwerbsminderungsrente auf Dauer bezieht:

Ich bin zwar seit ca. 20 Jahren geschieden aber aus unserer Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen. Habe mich auch sehr um die Erziehung unserer gemeinsamen Kinder gekümmert. Meines Wissens gibt es seit 2014 eine Mütterrente. Kann ich auch davon profitieren?

Mit dem 01. Juli 2014 wurden für diejenigen Versicherten, deren Kinder vor dem 01.01.1992 geboren sind statt bisher ein Jahr nunmehr zwei Jahre Kindererziehungszeit auf ihrem Versicherungskonto gutgeschrieben. Das betrifft immer die Versicherten, die das jeweilige Kind im ersten Jahr auch erzogen haben, aber immer nur ein Elternteil. Damit wird eine Verbesserung bei der Anrechnung von Kindererziehungszeiten erreicht und eine Gerechtigkeitslücke zumindest teilweise geschlossen. Erhalten doch Versicherte, deren Kindern nach dem 31.12.1991 geboren sind bereits drei Jahre Kinderziehungszeit auf Ihrem Versicherungskonto gutgeschrieben.

Im Rahmen eines Versorgungsausgleichs werden sämtliche in der Ehe erworbenen Anrechte geteilt, im Versorgungsausgleichsrecht spricht man vom Halbteilungsgrundsatz. Da bei Ihnen dieser Versorgungsausgleich bereits mehr als 20 Jahre zurückliegt, konnte vormals auch nur das Anrecht seiner damaligen Ehegattin berücksichtigt werden, dass nur jeweils ein Jahr Kindererziehungszeit berücksichtigte.

Im Rahmen des neuen Versorgungsausgleichsgesetzes, das durch eine Strukturreform zum 01.09.2009 weitgehend neu geregelt wurde, ist es nunmehr möglich durch eine Abänderung die vor dem genannten Termin getroffenen Entscheidungen zu korrigieren. Da durch die zusätzlichen Kindererziehungszeiten das vormalige Anrecht Ihrer Ehegattin über die Bagatellgrenze erhöht wurde – Grundlage für die Abänderung – sollten Sie einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Familiengericht stellen und damit Ihre monatliche Erwerbsminderungsrente erhöhen. Gern ermittle ich für Sie die Differenz und führe in Ihrem Auftrag das Verfahren beim Familiengericht.

Ein Gastbeitrag von Dr. Ronald Musil, Rentenberater.

Internet: www.rentenberater-musil.de